Ein wenig Lampenfieber lag in der Luft, gespannte Erwartung ebenso, doch vor allem lag dort etwas, das man nicht proben kann: Mut.
Beim diesjährigen Vorlesewettbewerb der 6. Klassen an der Justus-Liebig-Schule setzte sich Lia Küchen souverän gegen ihre Mitschülerinnen und Mitschüler durch und wurde zur Schulsiegerin gekürt. Mit diesem Erfolg qualifizierte sie sich für den Stadtentscheid am 20. Februar 2026 in der Centralstation, begleitet von ihrer gesamten Klasse 6e, die geschlossen erschien und damit eindrucksvoll bewies, dass große Auftritte manchmal ein ganzes Publikum im Rücken brauchen.
Bereits in der ersten Runde zeigte Lia, dass sie nicht nur liest, sondern Geschichten zum Leben erweckt. Mit ihrer vorbereiteten Passage aus Die goldene Schreibmaschine zog sie die Zuhörer augenblicklich in den Bann. Ihre klare, tragfähige Stimme, die präzise gesetzte Betonung und ihr feines Gespür für Stimmung und Tempo ließen Figuren sprechen, Szenen leuchten und Worte wirken. Nicht nur ihre Klasse lauschte gebannt, auch die Jury zeigte sich sichtbar beeindruckt. Gegen zwölf Mitlesende behauptete sie sich und zog verdient ins Finale der besten fünf ein.
Dort wartete ein Fremdtext, jene Königsdisziplin des Vorlesens, in der sich zeigt, wer Sprache wirklich beherrscht. Doch auch hier bewies Lia bemerkenswerte Ruhe und Souveränität. Mit einer Selbstverständlichkeit, die beinahe vergessen ließ, wie groß Bühne und Publikum waren, meisterte sie auch diese Herausforderung.
Am Ende entschied eine Mitbewerberin den Stadtentscheid knapp für sich. Doch was an diesem Tag wirklich zählte, war der Auftritt selbst. Mit großer Selbstverständlichkeit und Ausdrucksstärke stand sie auf der Bühne und füllte den Raum mit ihrer Stimme. Der Applaus, der ihr entgegengebracht wurde, und der sichtbare Stolz der Klasse 6e sprachen für sich.
Vor so vielen Menschen zu lesen, erfordert mehr als Können. Es braucht Mut, die eigene Stimme hörbar zu machen.
Und genau diesen Mut hat Lia gezeigt.
Voller Bewunderung für diesen Auftritt:
deine Klasse 6e, Frau Wellhausen, Herr Schroth und Frau Kombeitz
